Dienstag, 26. Mai 2020

Paulo Freire für morgen: Der Weg entsteht beim Gehen - Grundlagen-Artikel Fritz Letsch um 2000



Paulo Freire und die befreiende Pädagogik: 

gestern, heute und morgen

Revolutionen finden in den Köpfen statt, und ich glaube, nur wenige Menschen unserer Tage und Jahrzehnte haben so viele Köpfe verändert, wie Paulo Freire in seiner Ausstrahlung und Wirkung über viele Menschen, die wiederum alphabetisierten, Bewusstsein bildeten und andere fortbildeten.

Seine Botschaften waren ja auch meist so einfach, einleuchtend und selbstverständlich, dass uns manches Zitat wie aus dem Kalender vorkommt, wie mancher altbekannter guter Aphorismus, immer wieder neuen Menschen zugeschrieben, wie zB. "Der Weg kommt beim Gehen". Volkskunst eben.

Trotzdem ist Freire den meisten heutigen Pädagogen in Bayern noch unbekannt geblieben, weil die alte Kommunismus-Angst noch immer mit Totschlag-Argumenten herrscht, zuletzt auch wieder vom Papst wiederholt, als ewiggestrige Abwehr der Theologie der Befreiung, die im gleichen Kontext wie diese Pädagogik entstanden ist.

Gehen wir ein paar Jahrzehnte zurück: Als Student der katholischen Religions- und Gemeindepädagogik habe ich etwa 1973 in einem der damaligen politisierenden Kreise zur Einewelt-Arbeit die ersten hektografierten Blätter in die Finger bekommen, die wir begeistert im Zirkel diskutierten:

Das Bankierssystem des Lernens, die Einlagen im Kopf der Schüler, die Wiederholung meines alten Wissens als scheinbaren Zins: Auch unsere Dozenten hatten gerade den antropozentischen Ansatz entwickelt, nicht mehr den Kanon der Katechismusfragen und der Wunder Jesu auswendig lernen zu lassen, sondern sich erst selbst zu fragen, was das jeweils im Leben unserer Schüler gerade zu sagen hat.

Freire ging weiter, wie auch wir damals: Die ersten Transparente bei der Fronleichnamsprozession waren ein Skandal, der jugendliche Aufbruch mit dem Motto "Wir sind Kirche" war schon kaum für eher aufgeschlossene Personen, wie damals auch Kardinal Döpfner, wirklich vermittelbar.

Eine Figur der Werbung für kirchliche Berufe "dieser Zeit": Dom Helder Camara, der mutige Erzbischof aus dem armen Nordosten Brasiliens, mutig gegen Grossgrundbesitzer und Militärdiktatur, heut fast nicht mehr vorstellbar:

Ministerpräsident Franz Josef Strauß verkauft den Diktatoren Waffen, fädelt Geschäfte ein, die Zeitungen berichten stolz darüber, zeigen die Bilder, unser ohnmächtiger Protest verhallt unverstanden. Kein Wunder, dass sich andere dabei radikalisierten und den Befreiungskampf aus Südamerika in die deutschen Städte tragen wollten, bis heute bleiben sie in den Auseinandersetzungen unverstanden.

Wir radikalisierten uns mit Freire in der anderen Richtung: Die Waffen auf der Seite der Armen liegen in der Bildung, wie Paulo Freire schon in den 60er Jahren in Brasilien beweisen konnte: In der ersten Alfabetisierungskampagne noch vor der Militärdiktatur hatte er eine Steilvorlage aus der Politik bekommen, die er mit seinen Studierenden intelligent nutzte:

Nur Menschen, die Lesen und schreiben konnten, sollten zur Wahl gehen dürfen, bestimmte die damals noch liberale Regierung. Also bereiteten Freire und seine Freunde die Studierenden in vielen Zirkeln darauf vor, in den Semesterferien in ihr jeweiliges Dorf zu gehen, und den Leute in kurzen Kursen dies beizubringen.

Aber nicht nur Buchstaben, wie wir dies kennen, für die Kinder, sondern in Silben, wie das in Portugues leichter zu gliedern und merken ist, und mit dem Hintergrund der Schlüsselbegriffe: Welche Themen bewegen diese Menschen, in welchen Widersprüchen leben sie, welche Worte zu schreiben wird für sie wichtig? Bewusstseinsbildung entsteht.

Bewusstsein ist ist nicht einfach Wissen um Tatsachen, sondern auch um ihr Entstehen und ihre Möglichkeit der Veränderung: Wenn ich weiss, wie der Grossgrundbesitzer zu seinem Besitz kam, weiss ich auch, dass das nicht Schicksal ist, bekomme die Fähigkeit, die Zukunft auch anders zu denken. Getreu der Devise Thomas Müntzers: "Als Adam pflügte und Eva spann, wo war denn da der Edelmann?"

Wenn ich weiss, dass Unrecht immer Verteidigung braucht, weil es ein instabiler Zustand ist, wie uns Hildegard Goss-Mayer in der Friedensarbeit der folgenden Jahre auch hierzulande beibrachte, höre ich die entsprechende Botschaft, die in der Pädagogik der Unterdrückten angelegt ist: Die Armen sind eher fähig, zu lernen, weil sie nichts zu verteidigen haben.

Heute sehen wir das in einem kritischeren Licht, und Augusto Boal ist kürzlich daran gegangen, eine "Ästhetik der Unterdrückten" zu entwerfen: Wie können wir uns aus den mit Konsumversprechen zugemüllten Bewusstseinshalden befreien?

Augusto Boal, zehn Jahre jünger als Paulo Freire, hatte mit dem Theater der Unterdrückten einen weiteren Flügel der Bewusstseinsbildung aufgemacht, den er auf Freire's Pädagogik gründete: Beide waren dann in den 70er Jahren zuerst in südamerikanischen Ländern an der Arbeit, dann in Europa im Exil, Freire in der Schweiz, Boal in Paris.

Paulo Freire erstellte als Berater in Bildungsfragen in wirtschaftlich unterentwickelten Ländern für den Ökumenischen Weltkirchenrat in Genf Alphabetisierungskampagnen für afrikanische Länder wie Guinea Bissau, Boal hielt Workshops in ganz Europa, hauptsächlich für Schauspieler, und versuchte, Inszenierungen an Theatern zu bekommen, aber die Sprache der lateinamerikanischen Poesie war nur den alternativen Kreisen als befreiend erlebbar, die herrschende Schicht wusste zu sehr um das Unrecht, das aus der Geschichte immer wieder spürbar wurde.

Ich hatte bis dahin ein paar Berufsjahre und nebenbei eine konventionelle Schauspielschule erlebt und fand die Grundlage für meinen neuen Aufbruch (Ratzinger hatte inzwischen seinen freundlichen Mehltau auf München gelegt, und viele hoffnungsvollen Erneuerungen des Konzils und der Synode wurden zurückgenommen) in einem Projekt von Boal, das er mit arbeitslosen Schauspielenden in München inszeniert hatte: Forum-Theater, durch das Publikum zu verändern.

In der Folge gab es hier und in Berlin regelmässig Workshops und ich hatte mein neues Berufsfeld für die nächsten 25 Jahre gefunden: In der Jugendarbeit, in Fortbildungen in Verbänden war ich durchs ganze Land unterwegs, die Methoden zu vermitteln, nicht nur Statuen zu den generativen Themen der Teilnehmenden, sondern auch grosse Forum-Aufführungen mit den Leuten zu entwickeln.

Eine der größten in der Olympiahalle brachte vor die staunenden 10.000 Besucher der Nacht der Solidarität des Katholikentages 1984 in München in 12 Minuten ein schwules Coming-out, und viele der Szenen spielten in den Strassen des Landes, von der Pershing-Stationierung bis Folter-Darstellung vor der Philharmonie in Berlin, anlässlich eines grossen Tango-Abends dort.

1994 hatten wir Paulo Freire zu Gast in München und in einigen deutschen Städten, und er sagte uns vor allem: "Befreit euch von eurem schlechten Gewissen!" - Das hatte er in etlichen Äusserungen unserer vielen hundert Teilnehmenden gespürt, aber auch eine grosse Freude über die Darstellung der Praxis unserer KollegInnen in der Freire-Gesellschaft: Von Asylarbeit und Migrantenkindern in der Schule, Drogenarbeit und der Last der LehrerInnen war da die Szenen und die Rede.

Ein bitteres Beispiel der Angst vor dem katholischen "Kommunisten" aus Brasilien erlebten wir in der Münchner Universität: Flavia Mädche hatte gerade über den Dialog in der Erziehungs-konzeption von Paulo Freire promoviert, das Buch heisst: "Kann lernen wirklich Freude machen?"


Überglücklich berichtet sie in der Uni, dass gerade zum Zeitpunkt ihrer Verleihung der Doktorwürde Paulo Freire, Ehrendoktor von mehr als 30 Universitäten, in München zu Gast ist. Der Kultusminister wird über die Bühne in den Saal geleitet, die Begrüssung für den Ehrengast aller anderen Universitäten sieht an dieser Universität nur peinlich aus ...

Das bringt mich gerade zum Stichwort "Kultur des Schweigens", zu dem unsere Berliner Kollegin Ilse Schimpf-Herken einmal ausführlich gerade die Universitäten angesprochen hat:

1996 hatten wir noch einen weiteren Besuch Freire's in Deutschland in Planung, der aber wegen gesundheitlicher Probleme nicht mehr statfinden konnte. 1997 war kurz nach dem Tod von Freire das internationale Treffen zum Theater der Unterdrückten in Toronto, wo wir gemeinsam seiner Arbeit gedachten und  dankbar für seine Anregungen, die Weiterarbeit in unserem Stile besprachen.

Eine Konferenz mit den europäischen KollegInnen brachte uns dann die damals neueste Entwicklung von Augusto Boal nach München: Das Legislative Theater.

Brasilien war in den achziger Jahren wieder auf dem Wege der Demokratisierung, Freire konnte wieder nach Sao Paulo und übernahm Aufgaben in der Bildungsplanung, Augusto war Ende der 80er sogar Stadtrat von Rio de Janeiro geworden, nachdem ein erstes Projekt zu "Volkstheater-Fabiken" wegen leerer Politiker-Versprechen geplatzt war:

Als Stadtrat konnte er seine Theatergruppe als Mitarbeitende anstellen, und sie entwickelten verschiedene Formen, wie die Anliegen der Initiativen in der Stadt in Rathausdebatten und Politik umzusetzen sind.

Diese Art der Aneignung der eigenen Stadt hat dann auch in anderer Form wieder Schule gemacht: In Porto Alegre gab es den beispielgebenden ersten partizipativen Haushalt in Brasilien, in dem die BürgerInnen in alle Prozesse der gemeinsamen Haushaltsplanung eingebunden werden.

Was in Deutschland mit der Vermittlung von Spar-Haushalten versucht wird, hat nicht mehr annähernd den Charme und die Kraft der brasilianischen Vorbilder, die eher mit hiesigen Sätzen: "Wir wollen nicht ein Brot, sondern die ganze Bäckerei!" zu übertragen wären.

Auch wenn es hier jetzt regelmässig Workshops zur solidarischen Ökonomie gibt: Die Grundlagen der Selbstverwalteten Betriebe und Projekte waren früher auch schon im Geiste Paulo Freire's reflektiert, in der AG SPAK, der Arbeitsgemeinschaft Sozialpolitischer Arbeitskreise, ursprünglich einmal der evangelischen und katholischen Studentengemeinden, stand der Arbeitskreis Bewusstseinsbildung mit der befreienden Pädagogik neben der emanzipatorischen Krüppelbewegung und dem Theoriearbeitskreis alternative Ökonomie, der Psychiatriegruppe und der Drogenarbeit. 

Die daraus gegründete Paulo-Freire-Gesellschaft intensivierte den Praxis-Austausch der Beteiligten zwischen Sozialer Arbeit, Schulen und an einigen Hochschulen, sie leidet nur etwas unter dem hohen Praxis-Einsatz der meisten KollegInnen in ihren Arbeitsbereichen, so dass wir uns oft nur kurz aus den Arbeitsbereichen berichten wie der Frauenarbeit in Afghanistan oder mit Migrantenkindern in der Schule, von Lehreraustausch Berlin mit Chile und vom Theater mit Kölner Migrantinnen.

So ist unsere Situation seltsam gespalten: Die befreiende Pädagogik wirkte in viele Bereiche, vor allem auch in die Methoden der Erwachsenenbildung, und doch haben wir kaum deutsche Literatur dazu, auch die Erstellung unserer Zeitschrift war zu mühsam geworden, gleichzeitig ist den meisten im Internet noch nicht genug Austausch-Form geläufig, Material ist dort aber reichlich zu finden.

Gleichzeitig wachsen die Aufgaben in den Schulen und die Bezüge, die Grundgedanken Freires sogar in den fortschrittlichen Unternehmen umzusetzen, unter dem Stichwort der "lernenden Organisation", die alle Mitarbeitenden an der Planung beteiligt, bis in die Unternehmsberatungen.

Das erinnert wiederum an die neue Entwicklung in Brasilien, wo unter der neuen Regierung ein Sekretariat für Solidarische Ökonomie eingerichtet wurde, das die Genossenschaften und selbstorganisierten Betriebe unterstützt. Eine entsprechende Bewegung und eine Tagung dazu hatte hierzulande grosse Aufmerksamkeit, auch bei attac.


Aber auch an den nordamerikanischen Universitäten ist eine neue Linie zu finden, wie die der schon erwähnten „Lernenden Organisation“:
Dort beziehen sich inzwischen viele KollegInnen wie in Nebraska auf Paulo Freire und Augusto Boal und entwickeln lernende Strukturen, die im Gegensatz zu unseren vorgegebenen Aufträgen selbst definieren, was als Innovation notwendig ist.

So können sich Firmen direkter auf die Wünsche ihrer Kunden einrichten, Mitarbeitende selbst die Planungen fortentwickeln, können alle selbst für ihren Arbeits- und Lebensbereich Verantwortung übernehmen, ungewöhnlich in unserer weitgehend entmündigten Welt.

Und ich bin sicher, es ist die grösste Hoffnung, die wir heute Kindern machen können, in allen Umbrüchen und Unsicherheiten: Wenn sie von uns lernen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, wenn sie Bewusstsein für ihr Dasein, ihre Fähigkeiten und ihre Umwelt gewinnen, werden sie auch in der Lage sein, alles über Leben zu lernen.

Der Weg entsteht beim Gehen,
die Hoffnung wächst beim Tun.

Donnerstag, 18. Juli 2019

Politische Supervision:

Politische Supervision:
 
für Gruppen in Einrichtungen vor allem in der Bildungsarbeit,
in Bildungskonzeption und in sozial orientierten Einrichtungen
orientiert an den grundlegenden pädagogischen Haltungen (Paulo Freire)
und an der Arbeit am politischen Umfeld mit Gemeinschafts- und Machtstrukturen.

gemeinschaftliche Projekt-Entwicklung


Die Methoden der Zukunftswerkstatt und anderer partizipativer Arbeitsweisen
nach Bedarf einsetzen lernen und üben, dabei Community-organisierende Effekte

Entwicklung tragfähiger Netzwerke und Arbeitspartnerschaften
wie einer breiteren Arbeitsgemeinschaft von Sozialpolitischen  Akademien,
Selbsthilfezentren und -Kontaktstellen, fortbildenden Berufsgruppen,
gemeinschaftlich getragener und verantworteter Eigentumsstrukturen ...


Methoden und aktuelles im joker-netz unter gemeinsinn-netzwerk

öffentliche inhalte und diskussionen sind unter  coaching zu finden.

der öffentliche teil der coaching gruppe münchen ist für aussendarstellung,
info zu themen rundherum und diskussionen gedacht,
diese materialien können offen weitergegeben und verwendet werden.

Coaching-Gruppen für das Gemeinsinn-Netzwerk

Coaching-Projekte auch für die Vernetzungsarbeit
bei den Global Friends der Städtepartnerschaften
und beim Business-Senioren-Netzwerk S!NN - München?


Hintergrund Fritz Letsch:

rel.päd.grad und Schauspielausbildung
23 Jahre freiberufliche theaterpädagogische Arbeit
politische Bildungsarbeit in verschiedenen langjährigen Gruppen
theater-methoden in betrieben, personalentwicklung und mit führungskräften

entwicklung von beteiligungsmodellen und politischer supervision
ähnlich der Arbeitsweise der initiative für politische Bildung von unten ibu e.V.
wie in der AG Spak, der Paulo-Freire-Gesellschaft und der grün-nahen Regenbogenstiftung
sowie der brandung, politische Bildung für das Land Brandenburg (heute Böll Brandenburg)

ausführlicher im Curriculum Vitae
zahlreiche Veröffentlichungen
Ausbildung zu Erfahrungs-Seminaren und Gestalt-Ritualen wie Heldenreisen im IGE
Aus- und Fortbildung zum Gestalttherapeuten im Arbeitskreis Kritische Gestalt AKG


 

Einstieg für Auftrag-Gebende und Interessierte

Einstieg für Insider:
Treffen der Interessierten,
Klärungsrunden zu Themen, Bedarf und Erfahrungen,
zu zeitlichen Möglichkeiten und zu Anleitungswunsch

Tragfähig durch ein Netzwerk im Hintergrund und Finanzierung darüber.

Einstieg für Neue:
Klärung der Interessen,
Verhältnis zur Gruppenarbeit,
mögliche Bezüge zu einem der bestehenden Projekte im Gemeinsinn-Netzwerk, bei Sinn-Muenchen.de
im Bereich Selbsthilfe, Ehrenamt oder Gestalt-Coaching,
im Theater der Unterdrückten und in der Joker-Arbeit
in der politischen Supervision

Kosten:
Erstgespräch frei,
Einzelstunden 45 Euro,
Kennenlern- und Orientierungstreffen in Kostenbeteiligung plus 10 Euro

Gruppen-Stunden  (je 60 min)
60 Euro gemeinschaftlich bei sozial und politisch orientierten Projekten
120 Euro gemeinsam für persönlich und beruflich orientierte Gruppen

Einstieg für Auftrag-Gebende:
Für ihre Mitarbeitenden ist Supervision nicht mehr stabilisierend genug,
Sie brauchen aktivierende, stärker zur eigenen Entwicklung und Verantwortung anregende Arbeitsweisen?

Kleine Gruppen können nach einer Einstiegsphase eigenständig weiterarbeiten,
bis Veränderungen oder Konflikte, Stagnation oder einfach der Wunsch nach Intensivierung
einzelne Unterstützungstreffen oder eine Vertiefungsphase wünschenswert machen.

Um dabei einer möglicherweise begrenzenden Spar-Haltung entgegenzuwirken,
schliessen wir einen "Wartungsvertrag", der der Gruppe freie Anforderung gibt.




Psychoanalyse als Reflexionsform in Coaching-Gruppen

Gestalt-Bewusstsein in Gruppen

Gestalt-Philosophie und die Auseinandersetzung um die junge und politische Psychotherapie beeinflussten Laura und Fritz Perls, wie ihre Freunde und Kollegen Wilhelm Reich und später Paul Goodman ihre Variation der mehr zugewandten Therapie (ohne strenge Ordnung mit der Couch) mit mehr Blick auf das Umfeld zu benennen:

Gestalt als persönliche Gestalt, zeitweise im Vordergrund, mit Bewusstsein für den Hintergrund, und auch für die politische Welt draußen, die uns formte und herausfordert. Leibgestalt: Verlebendigung im menschlichen Dasein anzustoßen und Bewusstheit für das allseitige Eingebunden-Sein zu fördern. https://gestaltleben.wordpress.com/



Gruppen-Coaching und Coaching-Gruppen


als günstige Möglichkeit der gegenseitigen Beratung
zur je eigenen Aufgabe unter fachkundiger Anleitung

Coaching:
Begleitung bei einer neuen oder besonderen Aufgabe,
in beruflichen Situationen und neuen Lebensweisen

Coaching allein:
Regelmäßiges Besprechen der jeweils nächsten Schritte,
Begleiten bei der Entwicklung breiterer Perspektiven,
Einordnen im Kontext von Kollegium und Partnern,
Erweiterung der Blickwinkel und Möglichkeiten.

Coaching in Gruppen:
Anleitung zur weiteren eigenständigen Zusammenarbeit,
Begleitung nach Wunsch und in Krisen oder Stagnation,
auch Neu-Organisation und Wechsel zwischen Gruppen.

Coaching- Gruppen für drei bis fünf Personen,
die aus durchaus verschiedenen Professionen kommen
und sich regelmäßig wöchentlich oder zweiwöchentlich
für etwa drei bis fünf Stunden zum Austausch treffen:

Die Methoden dabei können sehr verschiedenartig sein,
je nach Möglichkeiten und Gelegenheit der Wünsche,
der Arbeitsthemen und der Ziele der Einzelnen:

Am Tisch, spazieren gehend, wandernd, am PC, im Cafe.

Die Arbeitsweisen der Gruppe können in der Anfangszeit
durch eine Anleitung angeregt und mit der Zeit von den
Teilnehmenden selbst übernommen werden. Begleitung
und Beratung kommt dann in Abständen oder auf Wunsch.

Die Eingangsrunde kann gut ein kleines Frühstück sein,
gefolgt von einem kurzen Spaziergang, bis es wieder zu
einem Konzept, einem Vortrag oder einer Moderations-
Vorbereitung geht, um auch allen Wünschen zu entsprechen.

Jede Person soll dabei im Prinzip die gleiche Zeit haben,
eigene Arbeitsthemen vorzustellen und von den anderen
ein angemessenes Echo bekommen und die neuen Impulse
wirklich verarbeiten zu können. (Eigene Nacharbeit einplanen!)

Das Coaching wird dabei einerseits durch die Wahrnehmung
der Beteiligten in der Gruppe breiter fundiert und reflektiert,
andererseits ist durch die Beteiligung Mehrerer immer auch
eine Ruhepause im Zuhören und Lernen am anderen Modell möglich.

Einladung zu Coaching-Gruppen für Mitarbeitende im Netzwerk Gemeinsinn

netz für gegenseitiges coaching von menschen verschiedener berufe in münchen
(Links dort sind nicht mehr gültig)

arbeitsmodelle:
3 - 5 Personen (start durch 2, geteilt wird ab 6 festen teilnehmenden)
ca 14-tägig ein regelmässiger termin, ca 3 stunden, bei bedarf wöchentlich,

zur bearbeitung von konzepten, moderationsaufgaben,
der beruflichen situation oder persönlicher arbeitskonflikte
in eigenständiger, begleiteter und möglicherweise supervidierter weise in ganzheitlicher methode.

auf gleichberechtigter basis mit regelmässiger oder gelegentlicher anleitung,
auf wunsch der gruppe auch mit regelmässiger gestalt-begleitung oder coaching-ausbildung.

ziel ist die schaffung der basis für bereitschaft und fähigkeit
in der gemeinsamen begleitung von teams in gemeinsinn-projekten
in deren entstehen, entfaltung,  prozess und abrundung.


gestaltleben.wordpress.com

Von der Heldenreise im IGE Institut für Gestalt und Erfahrung über den Arbeitskreis Kritische Gestalt AKG zur Leibgestalt

Heldenreise im IGE

Die erste Ausbildungsgruppe ab 1997 zur Anleitung der Heldenreise im Institut für Gestalt und Erfahrung, wie sie Paul Rebillot aus dem "Heros in 1000 Gestalten" und den Arbeitsweisen der Gestalt in angeleiteten Gruppen mit seiner Theater-Erfahrung aus eigenen Krisen- und Gestalt- Therapie-Erfahrungen entwickelt hatte.



Arbeitskreis Kritische Gestalt AKG
 

Nach dem unser Ausbildungs-Institut, der Arbeitskreis KRITISCHE Gestalt AKG, aufgebaut von Inga Schumann-Sorge mit vielen verschiedenen KollegInnen über die Jahre, nach ihrem Tod nun geschlossen wurde, bleiben viele dankbare Aus- und Fortgebildete und wirken weiter.

Gestaltleben war der gemeinschaftliche Ansatz für das Netz der ausgebildeten KollegInnen, das thematische Arbeits- und Austausch-Treffen, Feste,  Fortbildungen, Reisen und neue Projekte startete, das die Methoden der gemeinschaftlichen  Selbst-Fortbildung weiter entwickeln sollte. 

Kritisches Denken und Kritische Praxis 

Das Wort KRITISCH kann nur auf philosophisch-politischem Hintergrund verstanden werden, in unserem Sprachschatz ist es eher mit dem negativen "kritisieren" verknüpft: Wir kritisieren mit GESTALT-Augen die politischen Verhältnisse, um sie damit - auch in uns - veränderbar zu machen.

Kritische Philosophie
und Kritische Psychologie suchen nach den wirklichen Grundlagen und Heilungskräften, nicht nach üblicher Diagnostik und Krankheitsbildern, Gestalt-Philosophie war der Aufbruch der 1920er Jahre zu ganzheitlicher Sicht des Menschen in seinem sozialen Umfeld.

Es verbleiben und wachsen die anderen Gestalt-Institute der Deutschen Vereinigung Gestalttherapie eV. DVG (mit besten Beschreibungen zu Gestalt, Ausbildungs-Instituten und TherapeutInnen-Liste)

Leibgestalt - leiborientierte Zusatzausbildung


Kritische Gestalt schaut auf die politische Dimension

Wie wir die Kritische Theorie in der Kritischen Praxis in der Bildungsarbeit und Selbstorganisation in den Umkreisen der Arbeitsgemeinschaften der sozialpolitischen Arbeitskreise der Studentengemeinden AG SPAK und der Bewusstseinsbildung mit Rolf Schwendter sowie Paulo Freire und Augusto Boal, Heinz und Trudi Schulze lernen konnten, gab es eine Ausbildung in politischer Supervision, in derEmanzipation der Knast- und der Krüppelarbeit und der Obdachlosen, zu Drogen und ... 

Leibgestalt geht den Organen und ihrem Zusammenwirken nach

Leibgestalt ist die Poesie des Körpers, die sich selbst heilen kann, so lange wir spüren und verstehen, was mit uns passiert. Die Funktionen der Nervensysteme und Organe anzuregen, zu begreifen und herauszufinden, was uns gesund ernährt …

Der Medizin kritisch zu arbeiten … denn wir sind nicht nur Chemie ...

Die Kritische Theorie wird in Täuschland auch oft als „Frankfurter Schule“ aus den 1920er Jahren bezeichnet, mit Bezug auf Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Herbert Marcuse, Leo Löwenthal und Erich Fromm, Emigrierte natürlich, der Psychoanalyse verbunden, und wurde von den etablierten ärztlichen und konservativen Kreisen in Deutschland dafür weitgehend ignoriert.

In der englisch-sprachigen Akademie-Literatur ist sehr viel mehr zur Kritischen Theorie und zur Pädagogik der Unterdrückten als Kritische Praxis mit dem Forumtheater zu finden: Originale und Übersetzungs-Anfänge

Leibgestalt: Leiborientierte einjährige Zusatzausbildung unter Anleitung von Elisabeth Schlageter

Kursreihe mit 4 Wochenend­seminaren  Freitag, 17:00 Uhr  bis Sonntag, ca. 15:00 Uhr, Kursgebühr: 250 € (je WE) +ÜN & Verpflegung: ab 108 € 

Mein umfassendes Anliegen ist es, Verlebendigung im menschlichen Dasein anzustoßen und Bewusstheit für das allseitige Eingebunden-Sein zu fördern.

Inhalte:

  • Der Leib als Zugang zur psychotherapeutischen Arbeit
  • Der Leib im Dasein und Weg des Wandels
  • Erweiterung des leiblichen Ausdruckspielraums und Erforschung der körperlichen Innenräume
  • Gestaltmedizin: Verstehen von Körperprozessen und organismischen Zusammenhängen (unterstützende Vermittlung von Anatomie und Physiologie)
  • Organ- und Symptomaufstellungen
  • Spezielle psychosomatische Bilder
  • Salutogenetische Prinzipien
  • Die 4 Elemente als Quelle des Lebens
  • Chakrenarbeit
  • Mantren, Mudren und Asanas

Vor-Anmeldung bei: Elisabeth Schlageter, fraunhofer9[at]t-online.de, 089/263998 

Infos auch im Maria Ward Haus >>> 

dort gibt es auch jährliche Treffen zu Austausch und Auffrischung gestaltleben.wordpress.com

Neue politische Formen


Mein Weg in die Gestalt
Kriegsende 1640-20151220
Paulo Freire im Studium auf hektografierten Blättern

Bevor das erste Büchlein der "Pädagogik der Unterdrückten" erschien, hatten wir schon erste Texte von und zu Freire in der Studentengemeinde, denn dort gab es 1972 schon eine Gruppe der "Dritte Welt-Arbeit" mit Kontakten in allerlei Länder, in denen sich die "Mission" in Solidaritätsarbeit verwandelte. 

Die Vorläufer des Fairen Handels waren Webwaren aus Indien, im Sinne von Ghandi als Überlebensmöglichkeit für Blinde und Lepra-Genesene, die noch immer ausgestoßen blieben.

Gemeindepädagogik und anthropozentrischer Ansatz nach dem Konzil
"Die Armen" im Focus der Kirche: Synode an den Themen der Menschen orientiert, Synodenpapiere als Studiengrundlage

Selbstorganisierte Jugendarbeit stößt an die Demokratie-Grenzen der Kirchen-Hierarchie und entlarvt deren politische Machenschaften

"und das wort ist amt geworden, und hat unter uns sein büro eingerichtet": 

Mit Ratzinger zurück hinter das Konzil


Alternativen zu den alt und fett gewordenen Parteien

Die großen Parteien der Nachkriegszeit hatten sich in der öffentlichen Versorgung durch die Staatskasse eingerichtet und hatten immer Karriere-und Altersposten in den "Stiftungen", die bis auf "Friedrich Ebert" ganz einfache Vereine sind, eingerichtet. 

Neben mehr oder weniger kaschierter Auslands- und Aufstands-Politik

politische Bildung von unten und beteiligende Pädagogik
Gewaltfreie Aktion und die selbstorganisierten Lernformen der Friedensbewegung entsprechen den Ansätzen der Gestalt-Pädagogik

selbstorganisiertes Lernen in Gruppen moderieren
Der TheorieArbeitsKreis Alternative Ökonomie TAKAÖ - eine Arbeitsgruppe der AG SPAK als gemeinschaftliches Forschungsfeld aus den verschiedensten Berufen und Disziplinen

soziale Plastik -> soziale Gestalt einer Gruppe,
Joseph Beuys, die Freie Universität und unsere Pläne einer Kapelle bei Wackersdorf

soziale Gestalt einer Gemeinde

Zentrum und Ränder, Ausgrenzungen

Parteien oder Zusammenarbeit?
community organizing
Das Interview:

Wie lebst du?
Was möchtest du ändern?
Wie organisierst du dich?